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Fichtenweg 20/21, Siegen-Geisweid PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 10. Juli 2008

Rund 1,7 Mio. Euro investierte die Kreiswohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft mbH Siegen (KSG) in die Modernisierung des ersten Laubenganghauses im Vorderen Wenscht in Geisweid. Nach neunmonatiger Bauzeit können die Mieter jetzt ihre Wohnungen wieder beziehen. Die offizielle Übergabe erfolgte am 11. Juli 2008 im Beisein des Aufsichtsratsvorsitzenden der KSG, Landrat Paul Breuer. Aus dem schlichten Nachkriegsbau mit 15 Wohneinheiten sind moderne, schwellenfreie und höchst energieeffiziente Wohnungen entstanden. „Leider war das Ganze viel zu teuer, weil ökonomischen Lösungen mehrfach der Denkmalschutz im Wege stand. Diese Restriktion dürfte die Baukosten um insgesamt mindestens 30 % erhöht haben“, sagte der Geschäftsführer der KSG, Peter Oeste, anläßlich der Übergabe der Wohnungen.

Denkmalschutz:

Die Stadt Siegen hat das Gebäude in einem Zug mit der Erteilung der Baugenehmigung am 17.09.2007 in die Denkmalliste eingetragen,  also unter Denkmalschutz gestellt. Die Unterschutzstellung ist nicht bestandskräftig, weil die KSG Rechtsmittel eingelegt hat. „Wir sind nach wie vor der Auffassung, daß die Siedlung erhaltenswert ist. Wir können aber weder bei unseren eigenen Gebäuden noch bei den übrigen Gebäuden in der Siedlung Denkmalwertes erkennen“, sagte der Geschäftsführer bei der Übergabe der Wohnungen. Er war sich dabei sicher, daß „der Denkmalschutz, wenn er kommen sollte, die künftige

Entwicklung dieses Gebiets erheblich beeinträchtigen wird“.


Ausstattung:

An das Gebäude wurde ein Aufzug angebaut. Der Umbau erfolgte schwellenfrei, so daß die Wohnungen altengerecht sind. Um das zu dokumentieren, wird die KSG in Zusammenarbeit mit dem Verein ALTERAktiv Siegen-Wittgenstein e.V. eine Musterwohnung einrichten. Die Kosten der Wohnungseinrichtung übernimmt die KSG. Das Siegener Möbelhaus Heinrich Bald liefert die Einrichtung zu besonders günstigen Preisen. „Damit wollen wir eine vorbildliche Idee unterstützen und zeigen, daß es heute eine Vielzahl von Möbeln gibt, die das alltägliche Leben im Alter bequemer und sicherer machen können“, sagte Helmut Bald zu seinen Beweggründen für dieses Sponsoring.

 
„Wohnberatung ist eine zentrale Aufgabe unseres Vereins, weil Wohlergehen, Lebensqualität
und Zufriedenheit im Alter zunehmend von der eigenen Wohnung abhängen. Die KSG
ermöglicht uns, mit der kostenlosen Musterwohnung diese Aufgabe zu erfüllen“, freute sich
Klaus Stehn über die Chance, künftig am praktischen Beispiel zu zeigen, wie
Bestandswohnungen altengerecht nachgerüstet werden können.
 

Ökologische Daten:

Die Beheizung erfolgt über eine bivalente Wärmeerzeugungsanlage aus einer Luftwärmepumpe und einer Gas-Brennwertkesselanlage. Die Wärmepumpe erzeugt rund 25 % der benötigten Energie. Zusammen mit der Fußbodenheizung und dem Wärmedämmverbundsystem erzielen die Mieter eine Energiekosteneinsparung von 50 % bezogen auf den Stand vor der Sanierung. Das bedeutet eine CO2-Einsparung von rund 35 Tonnen jährlich. Nach der Modernisierung sind die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) um mehr als 30 % unterschritten.


Das Ziel, die Heizkosten für die Mieter in bezahlbarer Höhe zu halten, wird durch den Einbau einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung unterstützt. „Eigentlich braucht der Bewohner kein Fenster mehr zu öffnen“, sagte Axel Schneider, der für die Planung der Heizungstechnik verantwortlich zeichnet. Die raumlufttechnische Anlage sorgt für intelligente und energetisch optimale Frischluftzufuhr in den Wohnungen.

 

Umbau:

Die Umbaumaßnahmen waren mit einigen Überraschungen verbunden. Die Baustoffe der 50iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts entsprachen in vielen Punkten nicht mehr heutigen Anforderungen an Sicherheit und Komfort. Weil beim Umbau immer wieder das Einvernehmen mit der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Siegen hergestellt werden mußte, waren während der Bauzeit einige Umplanungen notwendig. Im Ergebnis sind attraktive Wohnungen entstanden, die auch den Belangen des Denkmalschutzes voll entsprechen, wie das WAfD bei einer Ortsbesichtigung ausdrücklich bestätigt hat. 

 

Damit die Bewohner sich in den neuen Wohnungen richtig wohlfühlen und als Dankeschön für deren Unterstützung beim Aus- und Wiedereinzug schenkt das Wohnungsunternehmen den Mietern zum Einzug bepflanzte Blumenkästen für die Balkone.

 

Foto der Anlage

 

 
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